Micelab:Bodensee – Forschung für kreativere Kongresse

09. Februar 2017

„Wie könnte der Kongress der Zukunft aussehen?“ Das ist eine der zentralen Fragen der Erschaffer des Think Tanks Micelab:Bodensee, der es sich zum Ziel gemacht hat, Kongresse stärker auf seine Teilnehmer zuzuschneiden. Das bedeutet vor allem, eine zeitgemäße Lernumgebung für Erwachsene zu schaffen, in der die Wissensvermittlung auf innovative und interaktive Weise gestützt wird. Denn laut der Website des Micelab, besuchen allein in Deutschland jährlich 320 Millionen Menschen eine Fortbildungsveranstaltung. Es gilt, ihre Erfahrungen so wertvoll wie möglich zu gestalten; schließlich stehen Lernen, Interagieren und Vernetzen im Mittelpunkt. Durch die Initiative sollen diese Elemente auch in den Sessionformaten jene zentrale Bedeutung erlangen, die ihnen zusteht.

Vertreter von Convention Bureaus, Tagungshäusern und PCOs aus Deutschland, Österreich und der Schweiz erforschen nun gemeinsam, wie solche Formate aussehen könnten. Angesiedelt sind sie allesamt in der Region Bodensee – daher auch der Name des Projekts. Die Herangehensweise lautet „Learning by doing“. Mit Hilfe diverser Pilotprojekte soll bis 2018 ein „bisher in Europa einzigartiges Forschungs- und Weiterbildungsangebot“ erarbeitet werden.

Im Modul Micelab:Explorer werden Veranstaltungsformate erforscht, die dann im Modul Micelab: Experts von Experten aus der Branche in Form eines echten Events getestet werden. Das Modul Micelab: Experience geht aus diesen Ergebnissen hervor und stellt eine Weiterbildungsveranstaltung für alle interessierten Personen aus der Branche dar. Feedback aus diesem Modul fließt wieder in die Explorer und Experts Module ein. Auch möchten die involvierten Experten das gewonnene Wissen gemeinsam mit ihren eigenen Kunden testen, nicht auch zuletzt um mehr Veranstaltungen für die Region zu gewinnen.

Man sieht also, dass der Think Tank trotz seines Namens in regem überregionalem Austausch mit Vertretern der gesamten MICE Branche steht. So wurde auch Stefan Walter, Managing Director von Mondial Congress & Events 2016 in den Projektbeirat berufen. Dies ist ein fünfköpfiges Gremium bestehend aus international anerkannten Experten aus der MICE Branche. Der Beirat berät die Kerngruppe des Micelab in Sachen Geschäftsentwicklung und Branchenzugang und tritt einmal im Jahr zusammen. Neben Stefan Walter aus Österreich waren auch Barbara Albrecht, die Direktorin von Switzerland Convention, Edgar Hirt von der Messe Hamburg und Universitätsprofessor Stefan Luppold aus Ravensburg anwesend.

Bei der eintägigen Sitzung trafen die Beiratsmitglieder mit der Projektgruppe Micelab: Bodensee zusammen, bekamen einen Überblick über die Hintergründe des Projekts vermittelt und hatten im Anschluss die Gelegenheit, Vorschläge für die Weiterentwicklung einzubringen. In einem Jahr trifft man sich wieder.

Die Initiative ist grundsätzlich zu begrüßen. Obwohl sich vor allem wissenschaftliche Kongresse inhaltlich dezidiert mit Neuem und Innovativem beschäftigen, dominieren in der Form hartnäckig der Frontalvortrag und die Podiumsdiskussion. Im digitalen Zeitalter werden Kongresse zunehmend einen menschlichen und interaktiven Faktor bieten müssen, um nicht mit Youtube Kanälen in Konkurrenz zu treten, denen man sich bequem daheim im Wohnzimmer widmen kann. Eine zusätzliche Vernetzungs- und Fortbildungsplattform für die Eventbranche selbst kann zusätzlichen Mehrwert bieten, solange sie eine Nische ausfüllt, die bisher offen geblieben ist. Es sieht so aus, als hätte das Micelab: Bodensee das Potenzial dazu.

Der Projektbeirat gemeinsam mit der Micelab Kerngruppe. Stefan Walter (zweite Reihe hinten, zweiter von rechts) war auch dabei.